Durchfall bei Katzen

Der normale Stuhlgang der Katze ist braun gefärbt und gut geformt. Wenn eine Katze an Durchfall leidet, ändert sich die Konsistenz. Durchfall bei Katzen ist weich, flüssig oder sogar wässrig. Auch die Farbe kann sich ändern und heller oder dunkler als normal werden.

In einigen Fällen können weitere Anzeichen beobachtet werden. Es kann frisches Blut oder Schleim im Stuhl vorhanden sein, die Katze produziert mehr Fäkalien als normal und es kann eine erhöhte Frequenz von Stuhlgang auftreten. Manchen Katzen zeigen auch erhöhte Anstrengungen, um ihren Stuhlgang bei Durchfall zu verrichten. Durchfall bei Katzen kann von Erbrechen, Appetitlosigkeit und Lethargie begleitet werden.

Wir empfehlen stets, Ihre Katze von einem Tierarzt untersuchen zu lassen, wenn der Durchfall schwerwiegend ist, andere Anzeichen auftreten oder wenn der Durchfall für einige Tage anhält. Obwohl Blut im Stuhl alarmierend erscheint, muss dies nicht zwangläufig einen Notfall bedeuten. Ihr Tierarzt wird dies vor dem Besuch telefonisch mit Ihnen abklären können.

Obwohl es nicht angenehm ist, lohnt es sich, die Toilettengewohnheiten Ihrer Katze genauestens zu beachten und die Art des Durchfalls, die Häufigkeit des Durchfalls, die Belastung, das Blut oder den Schleim betrachten. Diese Informationen helfen dem Tierarzt, die möglichen Ursachen für den Durchfall der Katze einzugrenzen.

geschwächte Katze bei Durchfall

Ursachen von Durchfall bei Katzen

Im Allgemeinen kann Durchfall entweder durch eine Erkrankung des Verdauungstraktes selbst (primäre Darmerkrankung) oder seltener durch eine Erkrankung eines anderen Organs (systemische Erkrankung) verursacht werden, die wiederum den Darm (bei Leber- oder Nierenerkrankung) befällt. Die meisten Durchfallerkrankungen sind auf die primäre Darmerkrankung zurückzuführen.

Viele Durchfallerkrankungen sind leicht, von kurzer Dauer (wenige Tage) und verschwinden von alleine wieder. In vielen dieser Fälle werden die Ursachen nie diagnostiziert. Die Katzen können von alleine genesen oder auf symptomatische und unterstützende Behandlungen ansprechen (siehe unten). In anderen Fällen, insbesondere bei Durchfallerkrankungen mit schweren oder langwierigen Durchfällen, sind tierärztliche Untersuchungen erforderlich, um die zugrunde liegende Ursachen zu ermitteln und entsprechend zu therapieren.

Einige der häufigsten Ursachen für Durchfall bei Katzen sind:

  • Ernährung – eine plötzliche Ernährungsumstellung oder die Einführung einer neuen Katzennahrung (oder neue Beute bei jagenden Katzen) ist eine häufige Ursache für leichte und vorübergehende Durchfälle. Oftmals setzt der Durchfall erst dann ein, wenn sich der Darm an die neue Ernährung anpasst. Dies ist besonders bei jüngeren Katzen üblich. In einigen Fällen können ältere Katzen (besonders Freigänger) verdorbenes oder verfaultes Fleisch verzehren, welches Durchfall verursachen kann. Einige Katzen vertragen bestimmte Nahrungsmittel nicht. In diesen Fällen löst sich der Durchfall erst nach einer Ernährungsumstellung. So vertragen viele Katzen die in der Milch enthaltene Laktose (Zucker) nicht und reagieren bei der Verdauung darauf (Laktoseintoleranz bei Katzen).
  • Infektiöse Ursachen – eine Vielzahl verschiedener Infektionserreger können bei Katzen Durchfall verursachen. Dazu gehören Viren (häufig milde und vorübergehende Durchfälle verursachend, obwohl einige Viren wie das Katzenparvovirus und das Katzenleukämievirus schwere lebensbedrohliche Krankheiten verursachen können), Bakterien (wie Salmonellen und Campylobacter) und Parasiten (wie Giardia, Tritrichomonas und Coccidia). Infektionserreger befallen häufig mehr als eine Katze im Haushalt und treten häufiger bei jüngeren Katzen auf.
  • Ernährungsallergie – auch wenn Ernährungsallergien bei Katzen selten vorkommen, können einige Katzen eine Allergie (Hypersensibilität) gegen etwas (meistens ein Protein) in der Nahrung entwickeln. Dies geschieht in der Regel, nachdem eine Nahrung über einen längeren Zeitraum gefüttert wurde, und wird nicht mit einer kürzlichen Ernährungsumstellung in Verbindung gebracht.
  • Entzündliche Darmerkrankungen – eine komplexe Gruppe von Erkrankungen, die bei Katzen zu chronischem, (langfristig) anhaltendem oder intermittierendem Durchfall mit und ohne Erbrechen führen. Diese relativ häufige Ursache für chronischen Durchfall ist mit einer ausgeprägten Entzündung der Darmwand verbunden.
  • Darmtumoren – bei älteren Katzen treten diese meist häufiger auf. Die beiden häufigsten Tumoren im Darm sind das Lymphom und das Adenokarzinom. Sie können Krankheiten und klinische Symptome hervorrufen, indem sie die normale Nahrungsaufnahme stören und eine teilweise Verstopfung des Darms verursachen.
  • Gutartige Polypen und Wucherungen – seltene, gelegentlich gutartige Wucherungen oder Polypen im Darm können häufig durch allmähliche partielle Obstruktion des Nahrungsdurchgangs Krankheiten verursachen.
  • Pankreasinsuffizienz – diese Erkrankung ist vielmehr bei Hunden eine häufige Ursache für Durchfallerkrankungen und bei Katzen eher selten anzutreffen. Die Bauchspeicheldrüse ist für die Produktion wichtiger Verdauungsenzyme verantwortlich. Wenn diese nicht produziert werden (Pankreasinsuffizienz), kann es zu Durchfall kommen, da die Nahrung nicht richtig verdaut werden kann.
  • Vitamin-B12-Mangel – obwohl noch nicht wissenschaftlich vollständig erklärt, besteht ein wichtiger Zusammenhang zwischen chronischem Durchfall bei Katzen und Vitamin-B12-Mangel (Cobalamin). Die erkrankten Katzen benötigen möglicherweise eine Vitamin-B12-Ersatztherapie, bevor sich ihre Durchfallerkrankung auflösen kann.
  • Systemische Erkrankungen – diese müssen vom Tierarzt betrachtet werden, obwohl sie weniger häufig als die Hauptursache für Durchfallerkrankungen im Darm auftreten. Systemische Erkrankungen, die den Darm befallen und Durchfall verursachen können, sind: Schilddrüsenüberfunktion (Überfunktion der Schilddrüse), Leber- und Nierenerkrankungen.

 

Anzeichen von Durchfall

Der Durchfall der Katze kann je nach Ausprägung sehr unterschiedlich sein. Zum Teil sind die Anzeichen von Durchfall auch abhängig von der zugrunde liegenden Ursache. Je nachdem, welche Region des Darmes betroffen ist, variieren einige der klinischen Anzeichen. Zum Beispiel, wenn der Dickdarm (Dickdarm) betroffen ist, dann sind die typischen Anzeichen erhöhte Stuhlfrequenz, Schleim im Stuhl und manchmal enthalten die Fäkalien frisches Blut.

Wenn Katzen keine Katzentoilette in Innenräumen aufsuchen, kann es schwierig, die Anzeichen von Durchfall zu erkennen. Bei freilaufenden Katzen kann sich eine Durchfallerkrankung erst durch andere Anzeichen wie Gewichtsverlust deutlicher zu erkennen geben. Bei starkem Durchfall können jedoch auch freilaufende Katzen plötzlich im Haus an Durchfall leiden. Achten Sie bei Ihrer Katze darauf, ob weicher Kot am Fell unter dem Schwanz kleben bleibt.

 

Diagnostische Untersuchungen

Ihr Tierarzt wird Ihre Katze zunächst untersuchen und mit Ihnen über die Erkrankung sprechen, bevor er entscheidet, ob weitere diagnostische Untersuchungen notwendig sind. Eine der Schwierigkeiten besteht darin, dass es viele verschiedene mögliche Ursachen für Durchfallerkrankungen gibt, sodass in einigen Fällen sehr umfangreiche Untersuchungen notwendig werden, um die präzise Ursache zu ermitteln.

Wenn der Durchfall in letzter Zeit aufgetreten ist, relativ mild ist und es der Katze ansonsten immer noch gut geht, wird Ihr Tierarzt Ihnen eine symptomatische Behandlung empfehlen. Spricht die Katze darauf an, ist das Tier geheilt. Ist dies nicht der Fall oder ist der Durchfall schwerwiegender, so können weitere Untersuchungen gerechtfertigt sein. Die Tierärztinnen und Tierärzte gehen dabei strukturiert vor, um sicherzustellen, dass mögliche Ursachen der Durchfallerkrankung nicht übersehen werden. Die Diagnostik bei Katzendurchfall kann Folgendes umfassen:

  • Ernährungsumstellung (siehe unten unter Behandlung).
  • Blut- und Urintests, um systemische Krankheiten und Dinge wie Pankreasinsuffizienz und niedrige Vitamin B12-Spiegel auszuschließen.
  • Untersuchung von Kotproben – diese können auf das Vorhandensein von Parasiten (oft werden dafür 3 verschiedene Kotproben entnommen, damit keine Parasiten übersehen werden) und auf das Vorhandensein von potenziell schädlichen Bakterien untersucht werden.
  • Röntgenaufnahmen (Röntgen) und Ultraschall werden häufig zur Untersuchung des Magen-Darm-Traktes und zur Erkennung von körperlichen Fehlbildungen eingesetzt.
  • Endoskopie – hier wird in Vollnarkose eine kleine medizinische Kamera in den Darm eingeführt (entweder durch den Mund und/oder durch den After). Mit der Endoskopie kann der Tierarzt die Darmauskleidung untersuchen und Biopsien entnehmen. Dies kann vor allem bei Verdacht auf Tumore, Polypen oder entzündliche Darmerkrankungen eine notwendige Untersuchung sein.
  • Sondierende Untersuchung – dies geschieht manchmal als Alternative zur Endoskopie oder wenn die Endoskopie keine Antworten liefert. Die Sondierung ermöglicht die Untersuchung des gesamten Darms (zusammen mit Organen wie Leber und Bauchspeicheldrüse) und bietet dem Arzt die Möglichkeit, Biopsien aus verschiedenen Teilen des Darms zu entnehmen.

 

Therapie

Die Therapie von Durchfall kann entweder gezielt oder unterstützend sein. Die meisten Fälle von mittelschwerer bis schwerer Durchfallerkrankung verlangen eine unterstützende Behandlung. Eine spezifische Behandlung erfolgt dann, wenn die zugrunde liegende Ursache bekannt ist und gezielt therapiert werden kann.

Unterstützende Therapie

Die meisten Katzen mit Durchfall, der über einen längeren Zeitraum andauert, genesen durch eine unterstützende Therapie. Dazu zählen:

  • Ruhe im Darm – bei akuten (plötzlichen und kürzlich aufgetretenen) Durchfallerkrankungen kann es hilfreich sein, wenn man die Nahrung für einen kurzen Zeitraum (24 Stunden) zurückhält. Wenn nicht anders vom Tierarzt verordnet, sollte eine Katze jedoch nicht länger als 24 Stunden ohne Futter bleiben, da dies schädlich sein kann.
  • Ernährungstherapie – der Wechsel zu einer einfachen, hochverdaulichen Diät ist oft sehr hilfreich bei der Behandlung von Durchfallerkrankungen, unabhängig von der zugrunde liegenden Ursache. Eine hausgemachte Ernährung mit Huhn oder Fisch mit ein wenig weißem Reis eignet sich zwar kurzfristig, aber für eine längerfristige Bewirtschaftung ist eine ausgewogenere Ernährung vorzuziehen. Ihr Tierarzt kann Ihnen eine Reihe von Optionen in der Ernährungstherapie empfehlen. Die Diät ist ein wichtiger Teil der Untersuchung von hartnäckigen Durchfällen, um Ernährungsunverträglichkeiten oder Ernährungsallergien auszuschließen. In diesen Fällen werden häufig spezielle Diäten verwendet, die von Ihrem Tierarzt erhältlich sind.
  • Probiotika – Probiotika sind lebende Bakterien, die mit Lebensmitteln verabreicht werden können. Sie können manchmal bei der Behandlung von Durchfallerkrankungen helfen, indem sie die Darmgesundheit verbessern. Einige Probiotika wurden speziell für Hunde und Katzen entwickelt.
  • Flüssigkeitszufuhr – bei stärkerer Durchfallerkrankung ist es möglich, dass Katzen austrocknen. Deshalb ist auf die ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten. Ihr Tierarzt empfiehlt Ihnen vielleicht eine Elektrolytlösung zum Trinken anzubieten und nicht nur reines Wasser.

Spezifische Therapie

Spezifische Therapien hängen von der Ursache des Durchfalls ab. Einige davon sind:

  • Antibakterielle und antiparasitäre Medikamente – wenn Infektionserreger identifiziert wurden, können spezifische Medikamente verabreicht werden, um Ihre Katze zu behandeln und die Erreger eliminieren. Antibiotika dürfen niemals wahllos eingesetzt werden, da sie selbst zu Durchfallerkrankungen führen können und andere Untersuchungsergebnisse beeinflussen können. Der unnötige Einsatz von Antibiotika fördert lediglich die bakterielle Resistenz.
  • Entzündungshemmende und immunsuppressive Medikamente – diese werden häufig bei der Behandlung von entzündlichen Darmerkrankungen eingesetzt.
  • Chirurgie und/oder Chemotherapeutika – diese können bei der Behandlung von Darmneoplasien nützlich sein.
  • Vitamin B12 – bei vorliegendem B12-Mangel können wöchentliche Injektionen von Vitamin B12 gegeben werden.

Bei leichtem akutem Durchfall sollten Katzenbesitzer das Tier dabei unterstützen, den Magen und Verdauungsapparat zu beruhigen. Auch auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr muss geachtet werden, denn Durchfall geht mit hohem Flüssigkeitsverlust einher. Der Handel bietet freiverkäufliche Präparate, die bei leichten Durchfällen schnell helfen.

Prognose Durchfall bei Katzen

Die Prognose hängt von der Ursache der Durchfallerkrankung ab. Durchfälle bei Katzen, die mit Diät und/oder Medikamenten gut beherrschbar sind, haben eine gute Prognose und werden in vielen Fällen mit einer geeigneten Therapie vollständig kuriert. In anderen Fällen kann eine fortlaufende Therapie erforderlich sein.

Bei allen Katzen hilft die frühzeitige Diagnose der zugrunde liegenden Ursache für anhaltenden Durchfall. So werden langfristige Veränderungen im Darm verhindert, die später irreversibel sein können.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.