Blutgruppen und Blutspenden bei Hunden

Gibt es wirklich so etwas wie Blutspenden auch bei Hunden? Ja, Hunde, die an starkem Blutverlust oder Blutkrankheiten leiden, können von einem anderen gesunden Hund Bluttransfusionen erhalten, um ihnen bei der Genesung zu helfen.

Aber das Verfahren ist etwas komplizierter, da es mehr Blutgruppen bei Hunden gibt als beim Menschen, und diese komplexer sind.

In diesem Beitrag finden Sie alles, was Sie über Hundeblutgruppen wissen müssen und wie Hundebluttransfusionen und -spenden funktionieren.

Haben Hunde verschiedene Blutgruppen?

Ja, die haben sie. Tatsächlich wurden bisher mehr als ein Dutzend verschiedene Blutgruppen beim Hund gefunden, und wir werden wahrscheinlich mit weiteren Forschungen noch weitere Blutgruppen entdecken.

Blutgruppen bei Hunden sind genetisch bedingt und weisen komplexe Vererbungsmuster auf. Jede Blutgruppe wird unabhängig vererbt, was bedeutet, dass ein Hund jede beliebige Kombination der über 12 Blutgruppen haben kann.

Dadurch entsteht eine Variabilität, bei der bestimme Blutgruppen je nach geografischem Gebiet und Rasse am häufigsten vorkommen.

Auch wenn es viele Hundeblutgruppen und mögliche Kombinationen gibt, ist diejenige, die als „Hunde-Erythrozyten-Antigen 1“ (DEA 1) bezeichnet wird, die medizinisch wichtigste.

Einige Hunde sind negativ für DEA 1. Aber wenn sie positiv sind, können sie eine von zwei Formen haben – DEA 1.1 oder DEA 1.2.

Welche Blutgruppe ist die beste für Hundeblut-Spenden?

Hunde, die negativ für DEA 1 sind, werden für Blutspenden bevorzugt, da ihr Blut sicher an Hunde übertragen werden kann, die negativ oder positiv für DEA 1.1 oder DEA 1.2 sind.

Hunde mit DEA-1-Negativbefund sind jedoch keine wirklichen „Universalspender“, da ein Hund positiv für eine andere Blutgruppe sein kann, die ein Problem verursachen könnte.

Um sicherzustellen, dass es keine ernsthafte Immunreaktion auf eine der Blutgruppen eines Spenderhundes gibt, führt der Tierarzt einen weiteren Test durch, der als „Kreuzprobe“ bezeichnet wird. Dieser Test prüft die Gesamtverträglichkeit von Spender- und Empfängerblut.

Nach Bestätigung der Blutgruppe DEA 1 und Durchführung eines Kreuzprobe-Tests kann ein Tierarzt in der Regel feststellen, welche Blutgruppe für den Hund, der die Transfusion erhält, am erfolgreichsten ist.

Was sind die weiteren Voraussetzungen für Blutspenderhunde?

Während in einem echten Notfall theoretisch jeder Hund Blut spenden könnte, sind einige Hunde bessere Blutspender. Wir wissen bereits, dass Tierärzte den Test auf Blutgruppe DEA 1 negativ bevorzugen, aber hier sind ein paar weitere Voraussetzungen, nach denen sie suchen.

Der ideale Hund zum Blutspenden ist:

  • Über 25 Kilogramm schwer (und bei einem für seine Körpergröße gesunden Gewicht. Größere Hunde können leichter und häufiger eine größere Menge Blut spenden als kleinere Hunde)
  • Auf dem neuesten Stand der Impfungen
  • Gesund (ohne Herzgeräusche)
  • Frei von Fieber
  • Nimmt keine Medikamente
  • Frei von Infektionskrankheiten, Parasiten und Krankheiten, die durch das Blut übertragen werden
  • Ruhig (Der Hund muss für 10-15 Minuten ruhig sitzen, während Blut entnommen wird)
  • DEA 1 Negativ

Wenn die Blutgruppe DEA 1 verträglich ist und keine Immunreaktion bei der Kreuzprobe festgestellt wurde, dann ist es sicher, mit der Hundebluttransfusion fortzufahren.

Wann ist eine Bluttransfusion bei Hunden notwendig?

Ein Hund benötigt möglicherweise eine Bluttransfusion, um Blut nach schwerem Blutverlust durch eine Operation (Krebs oder orthopädische Chirurgie) oder einen Unfall zu ersetzen.

Es gibt auch einige Krankheiten (z.B. die Von-Willebrand-Krankheit), die Blutungen und schweren Blutverlust verursachen können, die mit einer Bluttransfusion behandelt werden können.

Andere Krankheiten schädigen und zerstören Blutzellen, sodass eine Bluttransfusion helfen kann, diese zu ersetzen und es dem Hund zu ermöglichen, sich besser zu fühlen.

Für Hunde mit einer dieser Krankheiten kann eine Bluttransfusion von einem anderen Hund lebensrettend sein.

Wie funktioniert eine Bluttransfusion beim Hund?

Nachfolgend zeigen wir die Schritte zum Finden einer Übereinstimmung und was während der eigentlichen Bluttransfusion geschieht.

Finden eines Hundeblut-Spenders

Es gibt zwei Möglichkeiten, wie Tierärzte Blut für eine Transfusion beschaffen können.

Sie können Blut von einem verfügbaren Blutspender entnehmen oder eine Blutbank für Haustiere kontaktieren und Blut anfordern.

Tierärzte können Spenderblut bei Blutbanken für Haustiere bestellen. Viele lokale Notfall- und Spezialkliniken haben auch ihre eigenen Blutbanken.

Prüfung der Hundeblutgruppe

Die Blutgruppen beider Hunde müssen vor der Transfusion abgeglichen werden.

Der Tierarzt entnimmt dem Hund, der die Transfusion erhält, eine Blutprobe, um zu prüfen, ob eine Immunreaktion auf eine Blutprobe des Spenderhundes vorliegt. Anschließend wird dieser Vorgang umgekehrt.

Dies ist ein wichtiger Schritt, da die Verabreichung von DEA-1-positivem Blut an einen Hund, der DEA-1-negativ ist, dazu führen kann, dass das Immunsystem die neuen Blutzellen angreift – was ihre Wirksamkeit vermindert und möglicherweise schwere allergische Reaktionen hervorruft.

Nachdem beide Hunde auf ihre Blutgruppe DEA 1 untersucht wurden, werden Kreuzproben durchgeführt.

Das Verfahren der Hundebluttransfusion

Unabhängig davon, ob das Spenderblut von einer Blutbank oder einem Spenderhund kommt, wird es in speziellen Beuteln aufbewahrt, die das Blut vor dem Gerinnen bewahren.

Wenn es an der Zeit ist, einem Hund eine Bluttransfusion zu geben, werden diese Beutel an einen intravenösen Kanal angeschlossen, in die ein spezieller Filter eingebaut ist. Die Bluttransfusion wird durch den IV-Katheter direkt in die Vene gegeben.

Die Gesamtdosis der Blutspende richtet sich nach der Größe des Hundes und nach der Menge des verlorenen Blutes. Die Blutspende wird über einen bestimmten Zeitraum verabreicht. Dabei wird der Hund sehr genau überwacht, um sicherzustellen, dass er keine allergische Reaktion entwickelt.

Bei vielen Gesundheitsproblemen reicht eine einzige Bluttransfusion aus, um dem Hund bei der Genesung zu helfen. Bei einigen Krankheiten, bei denen ein anhaltender Blutverlust oder die Zerstörung von Blutzellen vorliegt, kann der Hund wiederholte Bluttransfusionen benötigen.

Glücklicherweise brauchen die meisten Hunde nie eine Bluttransfusion, aber für diejenigen, die eine benötigen, kann sie lebensrettend sein.

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